Gesundheitsrisiken von Asbest

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aus feinen, faserförmigen Kristallen besteht. Diese Fasern sind zwar sehr widerstandsfähig und hitzebeständig – Eigenschaften, die Asbest über Jahrzehnte hinweg zu einem beliebten Baustoff gemacht haben –, sie bergen jedoch erhebliche Gesundheitsgefahren.

Warum Asbest gefährlich ist

Die eigentliche Gefahr von Asbest liegt in den mikroskopisch kleinen Fasern, die beim Bearbeiten, Beschädigen oder Altern von asbesthaltigen Materialien freigesetzt werden können. Diese Fasern sind so klein und leicht, dass sie über die Luft eingeatmet werden können – ohne dass man es merkt.

Besonders kritisch sind Fasern, die kleiner als 5 Mikrometer (µm) lang, dünner als 3 µm und mit einem Längen-Durchmesser-Verhältnis größer als 3:1 sind – sogenannte „lungengängige Fasern“. Diese können tief in die Lungenbläschen (Alveolen) eindringen, wo sie vom Körper nicht oder nur sehr schwer wieder abgebaut werden können. Dort verursachen sie über Jahre hinweg chronische Entzündungen und Gewebeveränderungen, die zu schweren Krankheiten führen können.

Krankheiten durch Asbestfasern

Asbestbedingte Erkrankungen treten in der Regel erst viele Jahre nach der Exposition auf (Latenzzeit: 10 bis 40 Jahre). Zu den bekanntesten und gefährlichsten Krankheitsbildern zählen:

Asbestose

Eine chronische Lungenkrankheit, bei der eingeatmete Fasern eine Entzündungsreaktion und Narbenbildung (Fibrose) im Lungengewebe auslösen. Die Lunge verliert zunehmend ihre Elastizität, was zu Atemnot führt.

Lungenkrebs

Langfristiger Kontakt mit Asbest erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken erheblich – besonders bei gleichzeitiger Belastung durch Rauchen.

Mesotheliom

Ein bösartiger Tumor des Brust- oder Bauchfells, der fast ausschließlich durch Asbest verursacht wird. Diese Krebsart ist besonders aggressiv und schwer zu behandeln.

Weitere Erkrankungen

Auch Kehlkopfkrebs oder Krebs des Eierstocks können mit Asbestexposition in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus kann es zu Pleuraerkrankungen wie Verdickungen oder Verkalkungen des Brustfells kommen, die zwar meist gutartig sind, aber die Lungenfunktion einschränken können.

Wer ist besonders gefährdet?

Früher waren vor allem Arbeiter in asbestverarbeitenden Betrieben, auf Baustellen oder in der Schiffsindustrie betroffen. Heute sind es häufig Handwerker, Sanierungsfirmen oder Privatpersonen, die bei Renovierungsarbeiten auf alte, asbesthaltige Baustoffe treffen – oft ohne es zu wissen. Auch das bloße Entfernen alter Bodenbeläge, Dacheindeckungen oder Rohrummantelungen kann zur Freisetzung von Fasern führen.

Schutzmaßnahmen und Umgang

Heutzutage ist der Umgang mit Asbest in Deutschland streng geregelt. Der Schutz von Beschäftigten und Dritten steht im Vordergrund. Bei Verdacht auf Asbest sollten niemals eigenständig Materialien entfernt oder bearbeitet werden. Stattdessen ist eine fachgerechte Untersuchung und gegebenenfalls Sanierung durch zugelassene Fachfirmen unerlässlich.