Verwendung von Pentachlorphenol (PCP) in Gebäuden

Pentachlorphenol (PCP) wurde ab den 1950er-Jahren in Deutschland flächendeckend als Holzschutzmittel eingesetzt. Aufgrund seiner starken fungiziden (pilztötenden) und insektiziden (insektenabtötenden) Wirkung galt es lange als effektiver Schutz für Bauteile aus Holz. Heute ist die Verwendung von PCP in Deutschland verboten – belastete Baumaterialien sind jedoch in vielen Bestandsgebäuden noch vorhanden.

Typische Anwendungen von PCP im Bauwesen

Holzschutz im Innenbereich

  • Holzverkleidungen (z. B. Wand- und Deckenpaneele)
  • Holzbalkendecken, insbesondere bei Fachwerk- und Altbauten
  • Dachstühle und Sparrenkonstruktionen
  • Treppen, Türen und Fensterrahmen aus Holz
  • Einbaumöbel, Regale und Holzschränke

In den 1950er bis 1980er Jahren wurde Holz im Innenbereich häufig großflächig mit PCP-haltigen Holzschutzmitteln behandelt, um es vor Schimmel, Insektenfraß und Feuchtigkeitsschäden zu schützen.

Holzschutz im Außenbereich

  • Fassadenverkleidungen aus Holz
  • Carports, Gartenhäuser und Balkone
  • Zäune und Pergolen

PCP wurde auch für wetterexponiertes Holz im Außenbereich verwendet. Aufgrund der Belastung für Boden und Grundwasser besteht dort ebenfalls eine Umweltrelevanz.

Schutz imprägnierter Materialien

  • Spanplatten und Sperrholzplatten, die werkseitig mit PCP behandelt wurden
  • Verpackungshölzer, Paletten und Transportkisten (indirekt in Gebäude gelangt)
  • Dämmstoffe oder Zwischenlagen aus belastetem Holzmaterial

In Einzelfällen wurden sogar Lehmbauplatten und andere Baustoffe mit PCP-haltigen Bindemitteln behandelt.

Verbreitungszeiträume

  • 1950er–1970er Jahre: Hauptanwendungszeitraum in Deutschland
  • In der DDR wurde PCP-haltiger Holzschutz ebenfalls breit verwendet
  • 1989: Verbot der PCP-Verwendung in Deutschland (Verordnung über gefährliche Stoffe)

Dennoch sind viele der belasteten Bauteile auch heute noch vorhanden, insbesondere in unsanierten Altbauten.

Problematische Eigenschaften im Gebäude

  • Ausgasung von PCP über viele Jahrzehnte hinweg – insbesondere bei warmem, feuchtem Raumklima
  • Anreicherung im Hausstaub, was das Risiko einer Aufnahme über die Atemwege oder den Hautkontakt erhöht
  • Diffusion in angrenzende Materialien wie Putz, Tapeten oder Dämmstoffe

Selbst wenn das behandelte Holz oberflächlich überstrichen oder verkleidet wurde, kann PCP durchlässige Materialien (z. B. Tapeten, dünne Anstriche) hindurch wandern.

Sanierungsrelevanz

Bei Verdacht auf PCP-belastete Holzbauteile sind folgende Maßnahmen zu prüfen:

  • Raumluftmessung und Hausstaubanalyse zur Abschätzung der Belastung
  • Rückbau oder Sanierung belasteter Holzbauteile (z. B. durch Ausbau, Abschleifen mit Absaugung, Abschottung)
  • Oberflächenbehandlung (z. B. Versiegelung), wenn vollständiger Ausbau nicht möglich ist
  • Fachgerechte Entsorgung als gefährlicher Abfall

Eine fundierte Gefährdungsbeurteilung ist dabei unerlässlich, insbesondere in dauerhaft genutzten Wohnräumen oder sensiblen Bereichen wie Schulen oder Kindergärten.