Verwendung von künstlichen Mineralfasern (KMF) in Gebäuden

Künstliche Mineralfasern (KMF) wie Glaswolle, Steinwolle und Schlackewolle werden seit den 1960er-Jahren in großem Umfang im Bauwesen eingesetzt. Sie dienen vor allem der Wärmedämmung, dem Schallschutz und dem baulichen Brandschutz. Ihre Herstellung aus natürlichen Rohstoffen wie Quarzsand, Kalkstein oder Basalt machte sie zu einer flexiblen Alternative zu Asbest und anderen organischen Dämmstoffen.

Hauptanwendungsbereiche

Wärmedämmung

  • Zwischensparrendämmung in Steildächern (z. B. Glas- oder Steinwollematten)
  • Dämmung von Außenwänden im zweischaligen Mauerwerk
  • Vorgehängte hinterlüftete Fassaden mit Mineralwolle als Dämmeinlage
  • Innendämmung bei Altbausanierungen

Schallschutz

  • KMF werden häufig in Trennwänden (z. B. Trockenbauwänden mit Gipskarton) als Füllmaterial eingesetzt
  • Einsatz in Akustikdecken und abgehängten Decken
  • Schalldämmung in Rohrleitungen, Lüftungskanälen und Installationsschächten

Brandschutz

  • KMF gelten als nicht brennbar (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102) und kommen daher in brandschutztechnisch sensiblen Bereichen zum Einsatz:
    • Brandschutzverkleidungen von Stahlträgern, Lüftungskanälen oder Kabeltrassen
    • Brandschutzmanschetten und Schottsysteme in Durchführungen
    • Verkleidungen von Fluchtwegen und technischen Räumen

Verwendung in Gebäudeteilen

Dach

  • Zwischensparrendämmung bei Steildächern
  • Untersparren- und Aufsparrendämmung
  • Dachbodendämmung (nicht begehbare oder teilbegehbare Decken)

Wand

  • Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk
  • Innenwanddämmung bei energetischer Sanierung
  • Trockenbauwände mit KMF als Füllung

Decke und Boden

  • Deckenhohlräume (z. B. abgehängte Rasterdecken)
  • Trittschalldämmung unter Estrichaufbauten (z. B. Mineralwollplatten als Dämmunterlage)
  • Brandschutzdecken über Fluren oder Technikräumen

Technische Anlagen

  • Wärmeisolierung von Heizungs- und Warmwasserleitungen
  • Schallschutzummantelung von Lüftungs- und Klimakanälen
  • Brandschutzverkleidungen in Technikzentralen und Versorgungsschächten

Produktformen

Je nach Einsatzgebiet gibt es KMF-Produkte in unterschiedlichen Formen:

  • Matten und Rollenware: für Dächer, Wände, Decken
  • Plattenware: für Fassaden, Fußböden, Flachdächer
  • Lose Stopfwolle: für Hohlräume, z. B. Installationskanäle
  • Formteile und Brandschutzplatten: für technische Isolierungen und Abschottungen

Typische Bauzeiträume

  • Ab den 1960er-Jahren zunehmend verbreitet, vor allem nach dem Rückgang von Asbest
  • 1970er–1990er-Jahre: großflächige Verwendung in Neubauten aller Gebäudetypen
  • Seit 2000 nur noch biolösliche KMF-Produkte im Handel (nach RAL-Gütezeichen oder TRGS 905)