Verwendung von Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Gebäuden

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) kommen in Gebäuden nicht als eigenständige Stoffe vor, sondern sind Bestandteile teerhaltiger Materialien, die insbesondere im Bauwesen des 20. Jahrhunderts weit verbreitet waren. Die Verwendung war dabei meist funktional motiviert: Teerprodukte wurden als Kleber, Abdichtungsmittel oder Belagsmaterial eingesetzt – mit dem Nachteil, dass sie zum Teil erhebliche Mengen gesundheitsgefährdender PAK enthalten können.

Hauptquellen von PAK in Gebäuden

Teerhaltige Klebstoffe

Ein besonders häufiger Fundort für PAK sind alte Bodenaufbauten, bei denen teerhaltige Kleber verwendet wurden – etwa zum Verkleben von:

  • Parkett
  • PVC- oder Kautschukbelägen
  • Floor-Flex-Platten (asbesthaltig)
  • Textilen Bodenbelägen

Diese schwarzen Kleber weisen oft eine zähflüssige bis spröde Konsistenz auf und können hohe Konzentrationen von Benzo[a]pyren und anderen PAK enthalten.

Teerpappen (Dach- und Bauwerksabdichtung)

Teerhaltige Pappen wurden als Abdichtungsbahn für verschiedene Einsatzbereiche verwendet:

  • Dächer (insbesondere Flachdächer)
  • Kelleraußenwände
  • Bodenplatten
  • Innenliegende Feuchtigkeitssperren, z. B. unter Estrichen

Diese Pappen sind häufig mehrlagig mit Teer verklebt worden und können bei Sanierungen oder Rückbauten PAK freisetzen.

Gussasphalt

Gussasphalt wurde in Gebäuden als Estrich- oder Belagsschicht verwendet – vor allem in Kellern, Garagen, Fluren, Treppenhäusern oder auch als Untergrund für Sportböden. In älteren Anwendungen (vor ca. 1980) wurde teilweise Steinkohlenteer als Bindemittel beigemischt, wodurch der Gussasphalt PAK enthalten kann.

Spachtelmassen und Vergussmassen

In bestimmten Fällen wurden teerhaltige Spachtelmassen für das Füllen von Fugen, Ausgleichen von Unebenheiten oder zur Abdichtung eingesetzt – z. B. in:

  • Holzbalkendecken
  • Altbaukonstruktionen mit Holzfußböden
  • Anschlussfugen bei Türzargen oder Leitungsdurchführungen

Weitere Anwendungen

PAK können auch in folgenden bau- oder ausstattungsbezogenen Materialien vorkommen:

  • Dämmstoffe mit bituminösem Trägermaterial
  • Teerhaltige Farben und Lacke (selten)
  • Kabelummantelungen bei alten elektrischen Installationen (selten)

Typische Bauzeiträume

PAK-haltige Baustoffe wurden insbesondere zwischen ca. 1940 und 1980 verwendet. In Westdeutschland setzte sich Bitumen später durch (Bitumen enthält deutlich weniger PAK als Teer), während in der DDR teerhaltige Materialien länger gebräuchlich blieben.

Versteckte Quellen und Sanierungsrelevanz

PAK-haltige Produkte liegen oft versteckt unter Fußböden oder Estrichen, was sie bei Sanierungen zu einer besonderen Herausforderung macht. Die Materialien selbst müssen nicht zwingend sichtbar oder beschädigt sein, um Emissionen freizusetzen – diffuse PAK-Ausgasungen sind auch bei überdeckten oder intakten Schichten möglich.

Eine fachkundige Bewertung und ggf. Probenahme ist daher bei Verdacht auf teerhaltige Produkte vor Sanierungsmaßnahmen unbedingt erforderlich.