Gesundheitsrisiken von PCP (Pentachlorphenol)
Pentachlorphenol (PCP) ist ein chloriertes organisches Biozid, das in Deutschland ab den 1950er-Jahren vor allem als Holzschutzmittel eingesetzt wurde. Es war wegen seiner starken fungiziden und insektiziden Wirkung sehr beliebt – bis seine toxischen und langfristigen gesundheitsschädlichen Eigenschaften bekannt wurden.
PCP gilt heute als umwelt- und gesundheitsgefährdend. Besonders problematisch ist, dass es aus belasteten Materialien in die Raumluft ausgasen oder über Hausstaub und Hautkontakt aufgenommen werden kann – selbst Jahrzehnte nach der Anwendung.
Aufnahmewege im Körper
PCP kann über verschiedene Wege in den menschlichen Organismus gelangen:
- Einatmen von mit PCP belasteter Raumluft oder Staubpartikeln
- Hautkontakt mit belastetem Holz oder Staub
- Orale Aufnahme, z. B. durch Hand-Mund-Kontakt bei Kindern
Einmal aufgenommen, verteilt sich PCP im Körper, insbesondere im Fettgewebe, und kann dort über längere Zeit gespeichert werden.
Mögliche gesundheitliche Auswirkungen
Akute Wirkungen
Kurzzeitige Exposition gegenüber hohen PCP-Konzentrationen kann zu:
- Reizungen der Haut, Augen und Atemwege
- Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit
- Fieberähnlichen Symptomen ("Chlorakne")
führen. Solche Belastungen treten meist im beruflichen Kontext oder bei unsachgemäßer Sanierung auf.
Chronische Belastung und Langzeitrisiken
Leber- und Nierenschäden
- PCP wird in der Leber abgebaut, dabei entstehen toxische Zwischenprodukte.
- Eine Belastung der Leberfunktion sowie Beeinträchtigungen der Nieren sind möglich.
Nervensystem und Immunsystem
- Es gibt Hinweise auf neurotoxische Effekte bei Langzeitbelastung (z. B. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme).
- PCP kann das Immunsystem schwächen und die Infektanfälligkeit erhöhen.
Krebserzeugendes Potenzial
- Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft PCP als möglicherweise krebserzeugend beim Menschen (Gruppe 2B) ein.
- In Tierstudien wurde ein Zusammenhang mit Leber- und Nasenschleimhautkrebs festgestellt.
- Besonders problematisch sind Dioxin-Verunreinigungen, die während der Herstellung von technischem PCP entstanden – diese sind deutlich krebserregend.
Gefährdete Personengruppen
- Bewohner belasteter Häuser, insbesondere wenn Holzschutzmittel in Wohn- oder Schlafräumen eingesetzt wurden
- Kinder, durch häufigeren Hautkontakt und höhere Staubaufnahme bezogen auf das Körpergewicht
- Handwerker und Sanierungspersonal, insbesondere bei Arbeiten an kontaminiertem Holz ohne Schutzmaßnahmen
PCP in der Raumluft
- PCP kann auch Jahrzehnte nach dem Auftrag noch aus Holzoberflächen ausgasen.
- Es lagert sich außerdem im Hausstaub an – dort finden sich oft deutlich höhere Konzentrationen als in der Luft.
- Die Innenraumbelastung hängt stark von Temperatur, Luftfeuchte und Materialoberfläche ab.
Bewertung von Innenraumbelastung (nach UBA)
| Konzentration im Hausstaub | Bewertung |
|---|---|
| < 5 mg/kg | unbedenklich |
| 5–30 mg/kg | mittlere Belastung – Quelle prüfen |
| > 30 mg/kg | hohe Belastung – Sanierung empfohlen |
Für Raumluftkonzentrationen existieren ebenfalls Richtwerte; schon Werte > 0,1 µg/m³ gelten als kritisch.