Einleitung zum Stoff Formaldehyd
Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das seit den 1950er-Jahren vielfältig in der Bau- und Möbelindustrie eingesetzt wurde – insbesondere als Bestandteil von Klebern, Harzen und Holzwerkstoffen. Es gehört zu den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und kann sich leicht aus Materialien in die Raumluft freisetzen.
In Gebäuden stammt Formaldehyd typischerweise aus Spanplatten, Sperrholz, Fußböden, Möbeln, Innenlacken oder textilen Ausstattungen. Besonders relevant sind Produkte mit Harnstoff-Formaldehyd-Harzen, die früher gängige Bindemittel in Holzwerkstoffen waren.
Formaldehyd wirkt bereits in geringen Konzentrationen reizend auf Augen und Atemwege und gilt laut Internationaler Krebsagentur (IARC) als krebserzeugend beim Menschen (Gruppe 1). In geschlossenen Innenräumen kann es zu einer chronischen Belastung kommen – insbesondere, wenn emissionsreiche Baustoffe oder Möbel verwendet wurden.
Die Emissionen lassen mit der Zeit nach, können aber über Jahre hinweg gesundheitlich relevant bleiben. Daher ist die Bewertung von Formaldehydquellen in Innenräumen ein wichtiger Aspekt bei Altbausanierungen, Raumluftuntersuchungen oder der Schadstoffbewertung von Baumaterialien.