Einleitung zum Schadstoff PCB (Polychlorierte Biphenyle)
Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe chlorierter organischer Verbindungen, die zwischen den 1930er- und 1980er-Jahren weltweit industriell hergestellt und verwendet wurden. Aufgrund ihrer chemischen Stabilität, thermischen Belastbarkeit und elektrischen Isolationsfähigkeit kamen sie in zahlreichen technischen und baulichen Anwendungen zum Einsatz – insbesondere als Weichmacher in Dichtstoffen, hydraulische Flüssigkeiten oder Isoliermittel in Kondensatoren und Transformatoren.
In Gebäuden finden sich PCB vor allem in elastischen Fugenmassen, Farben und Lacken, Fußbodenbelägen, aber auch in elektrischen Bauteilen. Besonders problematisch: PCB können über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich in die Raumluft oder den Hausstaub ausgasen, selbst bei ursprünglich geringen Konzentrationen im Material.
Viele PCB-Verbindungen gelten heute als persistent, bioakkumulierend und toxisch. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, und können das Nerven-, Immun- und Hormonsystem schädigen. Die Verwendung ist in Deutschland seit 1989 verboten – dennoch ist die Sanierung PCB-belasteter Gebäude bis heute ein relevantes Thema im Gebäudebestand.