PAK-haltige Asphaltfliesen
Asphaltfliesen – auch als Hartasphaltplatten oder Gussasphaltfliesen bezeichnet – wurden vor allem zwischen 1930 und 1960 als robuster Bodenbelag eingesetzt. In vielen dieser Produkte wurde Steinkohlenteer als Bindemittel verwendet, um die Fliesen widerstandsfähiger und wärmebeständiger zu machen. Teerhaltige Beläge enthalten häufig Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige – wie Benzo[a]pyren – als krebserzeugend eingestuft sind.

Aufbau und Zusammensetzung
PAK-haltige Asphaltfliesen bestehen typischerweise aus:
- Füllstoffen wie Sand, Gesteinsmehl oder Schiefermehl
- Bindemitteln auf Basis von Steinkohlenteer oder teerhaltigem Bitumen
- Pigmenten und Weichmachern, ggf. mit weiteren Zusätzen
Im ausgehärteten Zustand wirken sie hart, glatt und glänzend schwarz bis dunkelbraun. Sie wurden meist direkt auf Betonböden oder Estrichen verklebt, häufig ebenfalls mit teerhaltigem Kleber.
Verwendungszeitraum und Gebäudetypen
- Hauptverwendung: ca. 1930–1960, vereinzelt bis in die 1970er Jahre
- Typische Einsatzorte:
- Flure und Eingangsbereiche in Wohn- und Bürogebäuden
- Kellerräume, Technikräume
- Schulen, Krankenhäuser, Kasernen
- Treppenhäuser, oft auf Holzbalkendecken in Altbauten
Erkennungsmerkmale
PAK-haltige Asphaltfliesen lassen sich nicht eindeutig am Aussehen erkennen. Hinweise können sein:
- dunkle, teerähnliche Optik
- starker Eigengeruch, insbesondere bei Erwärmung
- spröder Bruch, oft mit scharfkantigem Rand
- Klebereste unter der Fliese mit teerartigem Geruch oder dunkler Färbung
Eine analytische Untersuchung durch ein Fachlabor ist zur sicheren Bestimmung notwendig.
Sanierungs- und Entsorgungsaspekte
Asphaltfliesen mit PAK-Gehalt > 50 mg/kg gelten als gefährlicher Abfall und müssen entsprechend entsorgt werden (AVV 17 03 01*).
Empfohlene Maßnahmen:
- Kein eigenmächtiger Rückbau ohne Schutzmaßnahmen
- Persönliche Schutzausrüstung (Atemschutz, Handschuhe, Schutzanzug)
- Staubarme Ausbauverfahren mit Absaugung und Befeuchtung
- Verpackung und Entsorgung nach LAGA TR Boden / TRGS 524
Vor Sanierungsbeginn ist eine Probenahme mit Laboranalyse unerlässlich.
Alternativen und Hinweise
Bei Renovierungen oder energetischen Sanierungen älterer Gebäude ist besondere Vorsicht geboten, da PAK-haltige Asphaltfliesen unter nachträglich aufgebrachten Belägen verborgen sein können (z. B. unter PVC oder Teppichböden).
Eine vollständige Entfernung inkl. Kleberschichten ist erforderlich, da auch der Kleber PAK enthalten kann.