Einleitung zum Stoff HBCD (Hexabromcyclododecan)
Hexabromcyclododecan (HBCD, auch HBCDD) ist ein bromiertes Flammschutzmittel, das vor allem als Zusatzstoff in Polystyrol-Dämmstoffen verwendet wurde – insbesondere in expandiertem (EPS) und extrudiertem Polystyrol (XPS). Eingesetzt wurde HBCD ab den 1960er-Jahren, insbesondere im Wärmeschutz von Gebäuden, um die Entflammbarkeit von Dämmstoffen zu reduzieren.
Verwendung fand HBCD vor allem in:
- WDVS-Fassadendämmungen (Wärmedämmverbundsysteme)
- Perimeterdämmungen im erdberührten Bereich
- Dachdämmungen mit XPS- oder EPS-Platten
- seltener in Textilien, Kunststoffen oder Akustikmaterialien
HBCD ist persistent, bioakkumulierbar und toxisch – also schwer abbaubar, anreicherbar in Organismen und giftig für Wasserlebewesen. Es wird weltweit als besonders besorgniserregender Stoff (SVHC) und persistenter organischer Schadstoff (POP) eingestuft. Seit 2013 ist es in der EU verboten, mit Ausnahmeregelungen für bestimmte Altprodukte bis 2015.
Im Gebäudebestand ist HBCD heute vor allem im Kontext von Dämmstoffrückbau und Entsorgung relevant. Dämmstoffe mit HBCD müssen gemäß POP-Verordnung als gefährlicher Abfall behandelt werden.